FAQ

Was ist Evolutionsmanagement?

Das Evolutionsmanagement ist ein Management- und Beratungsansatz. Im Evolutionsmanagement werden Prinzipien und Prozesse aus der Natur und der Evolution für wirtschaftliche Herausforderungen nutzbar gemacht. Die Natur bietet einen beinahe unerschöpflichen Fundus an Lösungswegen. Im Evolutionsmanagement werden Themen wie Führungsverhalten, Begleiten von Veränderungsprozessen, Innovations- und Strategieentwicklung aus diesem Blickwinkel betrachten. 

Evolution braucht viel Zeit, in der Arbeitswelt zählen aber oft schnelle Entscheidungen. Wie kann das funktionieren?

Evolution ist nicht immer langsam. Im Gegenteil: Evolution geschieht in der Natur zum Teil sehr schnell. Z.B. haben Pharmahersteller größte Probleme, auf die rapide Anpassung von Bakterien an Antibiotika zu reagieren. Das Geheimnis der Bakterien liegt in der „bakteriellen Konjugation“, ein kurzer, intensiver Informationsaustausch, der eine schnelle Anpassungsfähigkeit ermöglicht. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Sie ebenfalls Bedingungen schaffen sollten, in denen ein effizienter Informationsaustausch gewährleistet wird, um auf Umfeldveränderungen reagieren zu können.
Zudem ist eine hohe Geschwindigkeit kein Wert an sich. Bei Veränderungsprozessen erleben wir regelmäßig, dass eine längerfristige evolutionäre Entwicklung oft bessere Ergebnisse erzielt als eine kurzfristige revolutionäre Entwicklung.

Ist das Evolutionsmanagement wirklich neu?

Ja, weil das Lernen aus der Natur bisher hauptsächlich im technischen Bereich angewendet wird (z.B. der inzwischen berühmte Lotuseffekt).
Nein, weil das Evolutionsmanagement auf dreieinhalb Milliarden Jahre Evolutionsgeschichte zurückgreift. Es basiert zudem auf folgenden Ansätzen:

  • Humanistische Psychologie
  • System- und Organisationstheorie
  • Komplexitätsforschung
  • Neurobiologie
  • Biologische Evolutionstheorie und Charles Darwin
  • Ökologie
  • Ansätze moderner Physik (u.a. Quantenphysik)

Und wiederum Ja, weil die Kombination der Erkenntnisse aus diesen Disziplinien bisher einmalig ist. Das Evolutionsmanagement besteht aus einer Vielzahl von Einzeldisziplinen, die sich ständig weiterentwickeln. Als Beispiele seien das Feld der Schwarmintelligenz (kollektive Intelligenz), die Neurobiologie und die Erkenntnisse der Evolutionstheorie genannt.

Welche konkreten Anwendungsbeispiele des Evolutionsmanagements gibt es?

Bei einem großen deutschen Automobilhersteller wurden mit Hilfe von Evolutionsmanagement neue Produktideen entwickelt, die zu einer substantiellen Erhöhung der Auslastung und Mitarbeiterzahlen geführt haben (statt einer prognostizierten Reduktion).

In einem großen deutschen Industrieunternehmen haben wir mit Evolutionsmanagementprinzipien einen Veränderungsprozess begleitet und außerordentlich positive Ergebnisse erzielt, die weder von Mitarbeitern, noch von der Führungsebene erwartet wurden.

In Führungskräftecoachings haben intensive evolutionäre Problemlösungsprozesse stattgefunden, die wesentlich zu Entscheidungsfindungen für verschiedenste Führungsherausforderungen geführt haben.

Wie werden Seminare und Weiterbildungen zum Evolutionsmanagement gestaltet?

In den Seminaren und Weiterbildungen legen wir großen Wert darauf, neben dem kognitiven Lernen auch das Erfahrungslernen einzubringen. Einerseits werden „klassische“ Informationselemente genutzt, andererseits werden Fragestellungen der Teilnehmer bearbeitet, Übungen durchgeführt und der gegenseitige Austausch ermöglicht, um die individuelle Reflexion zu fördern und eine hohe Teilnehmeraktivität zu erreichen.

Wie positioniert sich das Evolutionsmanagement zu dem Sozialdarwinismus?

Wir distanzieren uns klar vom Sozialdarwinismus. Darwin hat in seiner Theorie das Konkurrenzverhalten noch überbetont. Mehr als die Hälfte aller Arten leben aber in symbiotischen Beziehungen. Evolution bedeutet also nicht nur Konkurrenzkampf sondern auch Kooperation – das gilt auch für Entwicklungen in Wirtschaft und Politik. Ein kluger Umgang mit diesen beiden Verhaltensweisen, führt zum (unternehmerischen) Erfolg. Die folgende Abbildung verdeutlicht den Zusammenhang von Konkurrenz und Kooperation für die evolutionäre Weiterentwicklung:

Wie funktioniert ein typischer Beratungsauftrag mit Evolutionsmanagement?

Jeder Beratungsauftrag wird individuell auf die Bedürfnisse der Kunden abgestimmt, daher gibt es keinen „typischen Beratungsauftrag“. Allerdings leiten uns in unserer Arbeit einige Leitprinzipien. Hier eine kurze Auswahl:

  • Ein Unternehmen ist ein Teil seiner Umwelt ebenso wie Organismen Teile ihres Umfeldes sind. Wir betrachten daher stets wie sich das Umfeld verändert hat und voraussichtlich verändern wird.
  • Wir betrachten nicht nur den „Ist-Zustand“ von Organisationen, sondern wir analysieren die evolutionäre Entwicklung. Das bedeutet, einen Fokus auf den bisherigen Entwicklungsweg ebenso wie den derzeitigen Stand und die erwartete zukünftige Entwicklung.
  • Ein provokativer Leitsatz unserer Arbeit lautet: „Ein gutes Projekt erreicht seine Ziele nicht“. Das bedeutet, das klare Ziele in der Anfangsphase von Projekten gesetzt werden, sie werden aber immer wieder an neue aktuelle Erfordernisse angepasst. Es ist dabei notwendig, offen zu sein für Entwicklungen, die so vorher noch nicht absehbar waren, aber neue Chancen bieten können.

Wie positioniert sich das Evolutionsmanagement zu systemtheoretischen Ansätzen?

Evolutionsmanagement und „der systemische Ansatz“ haben einige Gemeinsamkeiten aber auch wesentliche Unterschiede. Bei systemischen Ansätzen werden Systeme üblicherweise als Momentaufnahme betrachtet. Im Evolutionsmanagement werden Systeme (Organisationen, Unternehmen, Teams) in Ihrer evolutionären Entwicklung betrachtet. Das bedeutet, dass die Vergangenheit in die Betrachtung mit einfließen muss. Zudem basiert die Systemtheorie stark auf kognitiven Herangehensweisen. Eine Stärke der Evolution ist aber, Bewährtes zu bewahren. D.h., die kognitiven Leistungen, die eine hohe Entwicklungsstufe darstellen, nicht ausschließlich zu betrachten, sondern auch frühere Entwicklungen wie Emotionalität und Haptik in die Beratungspraxis einfließen zu lassen.

Evolution geschieht uns. Können wir die Evolution überhaupt steuern?

Der Mensch spielt eine besondere Rolle im evolutionären Geschehen. Einerseits „geschieht“ ihm und seinen Organisationen die Evolution. Gleichzeitig hat er durch seine Bewusstseinsentwicklung die Möglichkeit, in Evolutionsprozesse stärker als jede tierische Art einzugreifen, sie dabei zumindest in Teilbereichen zu gestalten und weiterzuentwickeln. Dies ist eine Chance, aber auch eine Gefahr für unseren Planeten, wie wir an der vom Menschen gemachten Klimaveränderung sehen können. Deswegen zeigt das Evolutionsmanagement Möglichkeiten auf, das Potential des menschlichen Bewusstseins für die Wirtschaftsentwicklung einzusetzen und wirtschaftlich nachhaltige strategische Entscheidungen zur fördern, die das langfristige Überleben der Organisation sichern.

 

Evolutionsmanagement hilft mir bei der strategischen Ausrichtung meines Bereiches. Dadurch können langfristig wirksame Ergebnisse erarbeitet werden.

 

(Dr. Heinrich Esser,

ehem. Geschäftsführer und President der Professional Systems Division der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG)

H Esser

Auch um Krisen zu meistern stellt Otto eine Parallele zur Natur her.

 

(FOCUS Magazin)

FOCUS Magazin

Dass Dr. Klaus-Stephan Otto und sein Team diese Thematiken mit dem Evolutionsmanagement aufnehmen finde ich sehr hilfreich. Meiner Meinung nach würde es vielen Managern gut tun, sich stärker mit den Prinzipien der Natur zu beschäftigen. Da kann man vieles lernen, gerade was langfristigen Erfolg angeht.

 

(Prof. Dr. Claus Hipp)

Hipp

Organisationen müssen von innen wachsen und ihren Energiehaushalt mit der Umwelt in Einklang bringen. Evolutionsmanagement zeigt, wie ohne Sozialdarwinismus ein hoher Grad an Selbstorganisation gefördert wird.

 

(Dietmar Hexel, ehem. Mitglied des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes)

D Hexel

Otto regt […] tatsächlich neue Ideen an, die in den üblichen Wirtschaftsratgebern nicht zu finden sind.

 

(Welt Online)

Welt Online
 

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